Rückblick Projektfahrt nach Schottland

1. Zielsetzung der Projektfahrt:

Die Projektfahrt der WWV Bildungsakademie nach Paisley (Schottland) verfolgte insgesamt vier unterschiedliche Zielsetzungen. lm Vordergrund standen die Verbesserung der englischen Sprachkenntnisse der SuS sowie die Auseinandersetzung mit einem aktuellen politischen Thema. So sollten sich die SuS sowohl mit den Folgen des bevorstehenden Brexits, als auch den Meinungen der schottischen Bürger hierzu auseinandersetzen. Zusätzlich sollte die Selbständigkeit der SuS als auch deren interkulturelle Kompetenz gefördert und verbessert werden.

Projektfahrt Schottland (Paisley) 2018

2. Vorbereitung:

Der Projektfahrt vorangegangen war eine Vorbereitungswoche vom 20.-24. November 2017 im Jugendbildungszentrum Blossin. Durch intensiven Englischunterricht sollten die SuS auf ihren Aufenthalt in Schottland bestmöglich vorbereitet werden. Im Vordergrund stand hierbei vor allem das freie Sprechen, um den SuS in diesem Bereich mehr Sicherheit zu vermitteln und möglichen Kommunikationshemmnissen auf der Projektfahrt vorzubeugen. Durch einen Einstufungs- sowie einem Abschlusstest, war es möglich zu zeigen, dass die SuS von der Fahrt profitierten und ihre Englischkenntnisse verbessern konnten.

Der zweite inhaltliche Teil der Vorbereitungswoche konzentrierte sich auf den Bereich des Teambuildings. Das Jugendbildungszentrum Blossin bietet sowohl durch seine Ausstattung, als auch die Bereitstellung speziell geschulten Personals beste Voraussetzungen, um den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl einer Gruppe zu stärken. Im Teamparcours sowie beim gemeinsamen Hochseil klettern, waren die SuS auf ihre Zusammenarbeit angewiesen und konnten die jeweiligen Aufgaben nur gemeinsam bewältigen. Im Hinblick auf die Projektfahrt diente das Teambuilding vorrangig dazu, um einen reibungslosen Ablauf vor Ort in Schottland zu gewährleisten und die SuS unterschiedlicher Ausbildungsgänge und Jahrgangsstufen näher zusammen­zubringen. Diese Ziele konnten, ebenso wie die Verbesserung der englischen Sprachkenntnisse, während der Vorbereitungswoche verwirklicht werden.

3. Durchführung:

Die Projektfahrt fand vom 23.-28. April 2018 statt. Die Unterbringung erfolgte in Paisley, wo die WWV Bildungsakademie eine langjährige Partnerschaft mit dem West College Scotland (ehemals Reid Kerr College) pflegt. Im Zeichen dieser Partnerschaft stand auch der erste Tag der Projekt-fahrt. Die SuS erhielten eine Führung über den Campus und eine Präsentation über das College, welches mit mehr als 21.000 Auszubildenden zu den größten in Schottland gehö11. In einer lebhaft geführten Diskussionsrunde konnten, im Anschluss an die Präsentation, alle Fragen rund um das schottische Ausbildungssystem und die über 400 angebotenen Kurse am West College Scotland besprochen werden. Dabei wurden auch die wirtschaftliche Situation und die regionale Entwicklung West-Schottlands thematisiert, was besonders in Hinblick auf den Brexit für großes Interesse bei den SuS sorgte. Die Region rund um Glasgow zählt nach wie vor zu den strukturell schwächsten im ganzen Land und die Auswirkungen des Brexits sind nur schwer abzuschätzen zum jetzigen Zeitpunkt.

Den Nachmittag nutzten die SuS, um mit ihrem eigenen Projekt zu beginnen. Im Vorfeld der Projektfahrt hatten die SuS gemeinsam einen englischen Fragebogen ausgearbeitet, der es ihnen ermöglichen sollte, vor Ort Meinungen zu den Auswirkungen des Brexits zu sammeln. Die Befragungen am College hatten besonders den Vorteil, dass die SuS Meinungen von Studenten sammeln konnten, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation wie sie selbst befinden und die Auswirkungen dieser politischen Entscheidung unmittelbar erfahren werden.

Auch der nächste Tag stand im Zeichen des Brexits. Von Paisley ging es morgens mit dem Zug nach Edinburgh, wo das Schottische Parlament seinen Sitz hat. Da es sich bei dem Brexit um eine politisch initiierte Entscheidung handelt, war es wichtig, den SuS einen Einblick in den Prozess der politischen Willensbildung zu gewähren. Im Parlament konnte dementsprechend nicht nur der Plenarsaal besichtigt werden, eine Ausstellung klärte zudem über Sitzve11eilungen, die Pat1eienlandschaft und die schottische Politik im Allgemeinen auf. Nach der Besichtigung des Parlamentes wurde das Schülerprojekt fortgesetzt und die SuS zogen mit ihren Fragebögen durch die schottische Hauptstadt.

Am Donnerstag war es nun an den SuS einen geeigneten Ort für die Fo11führung ihrer Befragung zu wählen. Der Großteil entschied sich daraufhin, nach dem Tag in Edinburgh, ins nahegelegene Glasgow zu fahren, um dort an ihrem Projekt weiterzuarbeiten. Der inhaltliche Schlusspunkt wurde am Freitag gesetzt. Das West College Scotland hatte einige PC­ Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt, so dass die Ergebnisse der vergangenen Tage zusammengetragen und aufbereitet werden konnten. Die SuS fertigten nun ihre Abschlussberichte auf Grundlage der vorangegangenen Befragungen an. Zusätzlich zu diesen Abschlussberichten werden die SuS einen englischsprachigen Vortrag an der WWV Bildungsakademie halten, wo sie die Ergebnisse ihres Projektes „Brexit und seine Folgen“ sowie ihre gesammelten Erfahrungen präsentieren werden. Am Samstag ging es dann, nach einer von allen Teilnehmern als erfolgreich empfundenen Projektwoche, zurück nach Berlin.

4. Lehrplanbezug:

Die Studienfahrt und das damit verbundene Projekt „Brexit und seine Folgen“, beinhalten einen weitreichenden Bezug zum Lehrplan für berufliche Schulen in Berlin. Das Unterrichtsfach Englisch, das ausnahmslos in allen Ausbildungsberufen an der WWV integrie11 ist, stellt hierbei den wohl deutlichsten Lehrplanbezug dar. Im Rahmen der Projektfahrt konnten die SuS ihre Sprachkenntnisse in der Praxis erproben, festigen und ggf. verbessern.

Darüber hinaus bot sich die Möglichkeit zwei ausbildungsrelevante Unterrichtsfächer in einem handlungsorientierten Umfeld direkt zu erfahren. Zum einen ist das Projekt „Brexit und seine Folgen“ unmittelbar dem Fach Wirtschaft und Sozialkunde zuzuordnen, da der Lehrplan hier die Behandlung aktueller politischer Themen vorsieht. Zum anderen konnten die SuS theoretisches Wissen aus dem Fachbereich Marketing praktisch anwenden. Dies geschah durch die Planung, Durchführung und Auswertung einer Meinungsumfrage, die zum Bereich der Markt- bzw. der Primärforschung gehört und im Lehrplan für Büromanagement sowie Groß- und Außenhandel verankert ist.

5. Bewertung:

Die Projektfahrt kann im Nachgang als voller Erfolg gewertet werden. Es wurden nicht nur alle genannten Ziele aus GIiederungspunkt (1) zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Auch von Seiten der teilnehmenden SuS gab es ausschließlich positive Rückmeldungen über den Aufenthalt in Schottland. Besonders hervorzuheben ist hierbei vor allem die eigenständige Arbeitsweise und Motivation, mit der sich die SuS ihrem Projekt widmeten, die Teamfähigkeit aller Teilnehmer und das ausnahmslos angenehme Klima innerhalb der Gruppe.

i.A.
T. Hommel