Zu alt für eine Ausbildung? Oder doch nicht?

Du bist schon etwas älter, möchtest aber noch einmal in einem anderen Beruf durchstarten? Das ist weniger problematisch, als du glaubst. Es gibt für einen Neuanfang viele Gründe: Nach Jahren in deinem Job hast du gemerkt, dass du gar nicht das machst, was du eigentlich willst. Vielleicht möchtest du auch einfach etwas Neues probieren. Davon sollte dich dein Alter nicht abhalten. Ob Anfang 20, Ende 30 oder Mitte 50: Für eine Ausbildung bist du nie zu alt.

Gibt es keine Altersgrenzen für Ausbildungen?

Gesetzlich gesehen gibt es sie nicht. Du kannst dich praktisch in jedem Alter bei einem Unternehmen für eine Berufsausbildung bewerben. Der Ausbildungsbetrieb darf allein entscheiden, wen er als Azubi einstellt. Allerdings haben ältere Bewerber weniger Chancen, die mit zunehmendem Alter immer weiter sinken. Wir setzen solche “heimlichen” Altersgrenzen nicht. Bei uns können zum Beispiel Frauen, die früh ihr erstes Kind bekamen und damals keine Ausbildung absolviert haben, einen Berufseinstieg mit einer unserer Ausbildungen schaffen. In folgenden Berufen bilden wir aus:

Du bist nicht allein. Alljährlich beenden in Deutschland rund 1.200 Azubis über 40 ihre Ausbildung.

Wer lässt sich so spät noch einmal ausbilden?

Einige Gründe haben wir schon genannt. Doch so unterschiedlich individuelle Lebensläufe aussehen, so verschieden sind auch die Gründe für eine späte Ausbildung. Viele Menschen entschließen sich frühzeitig, eine Familie zu gründen. Junge Mütter kümmern sich um ihr Baby, junge Väter nehmen oft schnell einen Job ohne Ausbildung an, um Geld zu verdienen. In anderen Fällen wirft ein Unfall oder eine Krankheit jemanden aus der Bahn. Auch die Suche nach einem deutlich besseren Verdienst ist ein gutes Motiv, noch einmal eine Ausbildung anzufangen. Es gibt viele moderne Berufe, die große Karrierechancen eröffnen und in denen wir auch ausbilden. Grundsätzlich ist es ratsam, solche Chancen zu ergreifen. Natürlich gibt es Zweifel, die manchmal durch Freunde oder Familienmitglieder sogar verstärkt werden: Sollen sich Erwachsene wirklich gemeinsam mit 16-jährigen Azubis ausbilden lassen? Schaffen sie es überhaupt? Lernt man nicht am besten in jungen Jahren? Gibt es überhaupt Ausbildungsplätze für etwas ältere Bewerber? All diese Zweifel sind verständlich, aber unbegründet. Es gibt vielmehr sogar gute Gründe für diesen Schritt. Arbeitgeber schätzen durchaus erfahrene Bewerber. Das erhöht deine Chancen auf einen Job nach der Ausbildung.

Gibt es eine Förderung für ältere Azubis?

Das hängt davon ab, ob es die erste oder eine zusätzliche Ausbildung in deinem Leben ist. Für die erste Ausbildung kann es staatliche Unterstützung wie die Berufsausbildungsbeihilfe geben, für schulische Ausbildungen wird bei gegebenen Voraussetzungen BAföG gewährt. Die Altersgrenze liegt bei 30 Jahren. Sollte es deine zweite Ausbildung sein, gibt es keine staatliche Unterstützung für einen normalen Ausbildungsberuf. Der Staat fördert nur den Meisterabschluss über das Meister-BAföG. In so einem Fall musst du natürlich wissen, dass die Ausbildung mit einem gewissen finanziellen Einsatz verbunden ist.